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Die Reizschwelle
16.09.2008 20:50 (2913 x gelesen)

Die Reizschwelle
 
Ein Geräusch, ein Gegenstand, eine Bewegung: sie lösen im Hund eine für uns sichtbare Reaktion aus. Wie auch immer der Hund reagiert, wir können rasch unterscheiden, ob der Hund früh (niedrige Reizschwelle), normal (mittlere Reizschwelle) oder spät (hohe Reizschwelle) eine Reaktion erkennen lässt.
 
Das Leben unserer Hunde wird vorwiegend durch Handlungen gestaltet, die als Produkt seiner sehr zahlreichen vorhandenen Triebformen anzusehen sind. Durch innere und äussere Mechanismen werden Triebe angesprochen (gereizt), worauf der Hund eine für uns meist erkennbare, typische Reaktion zeigt.


Beutetrieb – Wehrtrieb – Fluchttrieb sind die wesentlichen für eine Ausbildung. Das Leistungsvermögen des Hundes ist das Produkt einer Beeinflussung (Motivation, Reduzierung, Förderung, Hemmung) dieser drei Triebformen.
 
Beutetrieb – Lust auf Beute
Die Lust auf Beute ist allen Hunden angeboren, den einen mehr, den anderen weniger. Wie jede Triebform beinhaltet auch der Beutetrieb ein ganz bestimmtes Triebziel. Dieses Ziel hat der Hund dann erreicht wenn es ihm gelungen ist, die Beute „besiegt“ zu haben, indem er sie festhält, schüttelt und erfolgreich davonträgt.
Von unserem Geschick und Einfühlungsvermögen sowie Fingerspitzengefühl hängt es ab, wie das Beutetrieb-Potential genutzt wird oder eben nicht.
Eine Beutetrieb-Förderung erfolgt seitlich des Hundes, von links nach rechts oder umgekehrt, nie Frontal. Frontal ist die Beute untypisch, es könnte Wehr- oder Fluchttrieb auslösen. Welcher Feind springt schon seiner Beute ins Maul?
Reizintensive Bewegungen sind schnell und ruckartig. Fasst der Hund hart und energisch zu? Schüttelt oder kontert er? Oder hält er die Beute zaghaft zwischen seinen Zähnchen?
 
Wehrtrieb – es geht um Leben oder Gesundheit
Während beim Beutetrieb das Triebziel im Besiegen und Beherrschen der Beute liegt, hat der Hund bei der Aktivierung des Wehrtriebes ein völlig anderes Ziel. Hier geht es im wesentlichen um elementare Dinge, nämlich um sein Leben und seine Gesundheit.
Ein Hund, dessen Wehrtrieb angesprochen wird zeigt dies durch aktives oder passives Aggressionsverhalten. Er droht zunächst mit Knurren, Zähne zeigen oder Bellen seine Wehrbereitschaft an. Reichen die Drohgebärden nicht aus oder liegt ein aussergewöhnlich hohes Aggressionsverhalten vor, kann nach Auflösung des Wehrtriebes durchaus eine aktive Beisshandlung entstehen, die eine nachhaltige und schmerzhafte Wirkung auf dem „Opfer“ hinterlässt.
Wehrverhalten ist stets auch als Konfliktverhalten zu sehen.

Der Choleriker zeigt im Wehrtrieb eine sehr aktive und heftige Aggressionsbereitschaft durch entsprechende Körperhaltung, Mimik, Gestik, ohne gleich einen Wutausbruch zu bekommen.
 
Der Melancholiker geht dem bevorstehenden Konflikt durch Beschwichtigungsversuche, Ersatzhandlungen und Meideverhalten oder gar Flucht aus dem Weg.

Der Wehrtrieb unterliegt nicht der reiz- und aktionsspezifischen Ermüdung. Um seine Unversehrtheit kämpft der Hund bis zur Erschöpfung.
 
Fluchttrieb – überlebensnotwendig
Beim Wolf ist der Fluchttrieb überlegensnotwendig. Den Fluchttrieb steuern / kanalisieren und hemmen heisst: Beute, Beute und nochmals Beute.
Bei der Beuteförderung kann man keine nachhaltigen Fehler machen. Die schlimmsten Folgen einer falschen oder übermässigen Beutetrieb-Arbeit sind Ermüdungserscheinungen und Lustlosigkeit. Gerade zu Beginn ist das häufige und erfolgreiche „siegen und gewinnen“ über die Beute für die Persönlichkeits-Reifung des Hundes und die damit verbundene Selbstbewussteins-Entwicklung enorm wichtig. Mit kontinuierlich steigendem Selbstbewusstsein lassen sich Fluchttendenzen senken.
Das Überlassen einer Beute ist nicht triebfördernd. Im Gegenteil, durch das Erreichen des Triebzieles lösen sich Spannung, Nervosität und andere Spannungsfaktoren.

Beutetrieb-Förderung kennt im Grundsatz nur einen effektiven Ausbildungsweg. Der Hund wird durch Beutereize trieblich hochgezogen und auf der höchsten Triebebene (wenn das Spiel am schönsten ist) „unbefriedigt“ stehen gelassen. Es erfolgt kein Überlassen der Beute. Wer nun glaubt, dass der Hund durch diese Massnahme frustriert und lustlos wird dem sei versichert, dass bei geschickter Vorgehensweise das Gegenteil der Fall sein wird.

Kaum ein Tier lässt dass Beutetrieb-Herz unserer Hunde so hoch schlagen wie eine davonrennende Katze. Und obwohl Lumpi Nachbars Katze schon 100 Mal gejagt und nie erwischt hat, wird er jedes Mal rasender wenn er sie sieht. Keine Spur von Lustlosigkeit oder Frustration. Die Begierde erwacht jedes Mal neu. Aus Sicht des Hundes macht es nicht nur Spass, die Beute zu besiegen, auch das Vorspiel (Jagen, Hetzen) hat einen ganz besonderen Reiz. Dieses Verhalten ist selbstbelohnend, deshalb nutzt es nichts wenn mit dem Hund geschimpft wird wenn er von der Katzen-Hatz zurück kommt. Er wird es wieder tun. Auf jeden Fall.

Wie oft und bei welchem Hund bevorzugt Triebförderung durch Hetzen oder Triebbefriedigung durch Bestätigung erfolgen soll ist ausschliesslich eine dem Hund anzupassende Entscheidung.
 
Griffverhalten
Negatives Griffverhalten (schwach, lose, unruhig, weich, nervös, spitz) hat die Ursache in einem desolaten Aufbau, selten in Kiefer- oder Zahnproblemen. Dem bestehenden Konflikt muss auf den rund gegangen werden. Positives Griffverhalten ist voll, hart, fest, energisch, ruhig, überzeugend.
 
Negatives Griffverhalten kann die Ursache in zuviel Drohgebärden oder zu wenig Beutereiz haben. Häufiges Konflikterhalten deutet auf eine Disharmonie zwischen Hundeführer und Hund.


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