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Der unsichere Hund
16.09.2008 20:41 (1797 x gelesen)

Der unsichere Hund
 
Ob ein Hund sicher ist, ist zum Teil genetisch bedingt. Prägung kann das Verhalten positiv beeinflussen.

Wir wissen, dass der Mensch einen sehr grossen Einfluss auf die Entwicklung seines Hundes hat. Aber spätere Verhaltensauffälligkeiten sind oft nicht auf die Unfähigkeit oder Unterlassung des Halters zurück zu führen, sondern genetisch bedingt.



Sehr lange ging man davon aus, dass allein die Prägung der Umwelt das spätere Verhalten unseres Hundes bestimmt. Es gibt natürliche Stärken und Schwächen, die ihre Wurzeln in den Genen haben. Das kann niemanden überraschen, der je mit Aufzucht von Welpen zu tun hatte. Schon nach wenigen Wochen, wenn das Welpenleben noch ausschliesslich durch genetisch programmierte Instinkthandlungen bestimmt ist, beginnen einzelne Tiere stärker zu „fremdeln“ als andere. Sie reagieren auf fremde Personen mit Angst oder Abneigung, während die Rudelangehörigen und bekannte Persdonen mit einem freundlichen Wedeln belohnt werden.
 
In den Genen unserer Hunde ist offensichtlich ein „Feind-Freund-Erkennungsprogramm“ eingebaut. Einerseits ermöglicht es, emotinal starke, stabile Freundschaften und Vertrauensverhältnisse – also Bindungen – einzugehen, andererseits werden sie vor den Gefahren allzugrosser Vertrauensseligkeit geschützt.

Die in ihren Genen vorgebildete Möglichkeit, einerseits starke Gefühle der Freundschaft und andererseits aggressive Feindschaft zu empfinden, kann zu verheerenden Resultaten führen: Aggressionen allen Fremden gegenüber, seien es Artgenossen oder Menschen. Diese genetisch bedingten Reaktionen lassen sich nur schwer korrigieren und können immer wieder hervortreten, besonders in Situationen, de der Hund als belastend empfindet.

Die Wurzeln der Abneigung und des „Fremdenhasses“ in den Genen unserer Hunde dürfen nicht als Entschuldigung für unsicheres Verhalten herhalten. Die Gene bilden nur eine Art Disposition, die durch den Einfluss der Umgebung bis zu einem gewissen Grad beeinflusst werden kann. Deshalb sind Korrekturen besonders in den Phasen der Welpenprägung durchaus möglich und wichtig.
 
Mit der These, dass 50% des Verhaltens durch Umwelteinflüsse und 50% durch die biologische Disposition bestimmt wird, wird ein Irrweg beschritten. Denn das 50:50-Verhältnis gilt nicht für jeden Hund. Je nach Stärke der individuellen Persönlichkeit ist der Einfluss der Umwelt unterschiedlich gross. Vielen Hundehaltern ist heute durchaus bewusst, dass Welpenspielstunden wichtig sind und dass sie ihren Welpen viel Kontakt mit der Umwelt bieten sollten. Allerdings ist oft nicht klar, dass sie sich nicht unendlich viel Zeit lassen können.
 
Die Zeit, in der Prägendes aufgenommen werden kann, läuft. Wer einen älteren Welpen oder vielleicht sogar einen erwachsenen Hund übernimmt, weiss in der Regel nicht, welche Erfahrungen bisher dem Hund ermöglicht wurden.. Es gibt nicht nur positive und negative Erfahrungen, sondern auch ausgebliebene Erfahrungen, die das Verhalten mitbestimmen können. Oft werden auch bei Verhaltensauffälligkeiten organische Einflüsse krass unterschätzt.
 
Vielen Hundehaltern ist nicht bewusst, wie gross der Einfluss von Sexualhormonen auf das Verhalten ist. Die meisten Hündinnen verändern ihr Verhalten in der Zeit der Läufigkeit. Sie werden aggressiver als andere Hündinnen – gleichzeitig aber auch unsicherer und ängstlicher in Situationen, die sie zuvor nie beunruhigt haben. Auch aggressives Verhalten der Rüden kann vom Stand der Hormone abhängig sein.
 
Oft wird Unsicherheit vieler Hunde Kindern gegenüber heruntergespielt. Es gibt Hunde mit panischer Angst vor Kindern. Kreischen und Lärm machen sie kopflos. Angst kann dann in Aggression umschlagen. Den Besitzern solcher Hunde ist es in dieser Situation nicht mehr möglich, mit dem Tier in Kontakt zu treten.
 
Kein Hundehalter wird je sein Tier zuverlässig vor Negativerfahrungen schützen können. Er kann jedoch aktiv dazu beitragen, dass der Hund viele positive Erfahrungen macht. Diese helfen mit, etwelche problematische genetische Dispositionen in den Hintergrund treten zu lassen.
 


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